Was ist "anlaufen" des Silbers?

Silber ist ein sehr hochwertiges Metall, trotzdem kann es aus verschiedenen Gründen oxydieren. Oxidieren ist eine Verfärbung (Verbrennung) des Metalls. Der Oxydfilm liegt knapp unter der Oberfläche. Je tiefer er eindringt, desto dunkler verfärbt sich das Silber.


Gründe für die Oxydation

Mögliche Ursachen für die Oxydation des Silbers sind:

  • Kontakt mit schwefelhaltigen Nahrungsmitteln wie Eier, Kohl, Wild etc.
  • Schwefelhaltige Luft (nichtgebrauchtes Silber abdecken (Samttuch o.ä.)
  • aggressives Wasser (z.B. demineralisiert oder stark wirkende Entkalkungsanlage)
  • poröse, grobe und zerkratzte Oberfläche (falsche Reinigung mittels scheuernden Mitteln oder -Schwämmen)
  • Möbellacke können über Jahre Lösungsmitteldämpfe abgeben, welche das Silber angreifen.
  • Reinigung in der Abwaschmaschine. Die sehr aggressiven Abwaschmittel können zusammen mit der Hitze das Silber angreifen. Zu vermeiden ist ebenfalls der Kontakt mit Stahlbesteck (Elementbildung und Abtrag des Silbers). 


Reinigung des Silbers


grundsätzlich muss darauf geachtet werden, dass die Silberoberfläche nicht beschädigt wird. Raue Oberflächen begünstigen die Oxydation. Ziel der Reinigung ist die schonende "Entfernung" der Oxydschicht. Dazu gibt es verschiedene bessere und schlechtere Lösungen:

  • Mechanisches entfernen der Oxydschicht mit scheuernden Reinigungsmitteln, Schwämmen etc:
    Dies ist eine schlechte Lösung, da einerseits Silber abgerieben wird, andererseits die Oberfläche aufgeraut wird, was die spätere Oxydation begünstigt. Zudem entsteht leicht ein "Silbergeschmack" durch Silberresten.
  • Entfernen der Oxydschicht durch Elektrolyse, z.B. Einlegen des Silberbestecks zusammen mit einer Alu-Folie in warmes Salzwasser (oder gleich wirkende Mittel):
    ebenfalls eine nicht zu empfehlende Lösung, da zwischen dem Silber und dem Aluminium ein Element entsteht. Dabei wandern kleine Mengen Silber vom Besteck zum Aluminium.
  • Desoxydieren der Oxydschicht mittels desoxydierenden Mitteln:
    Dies ist eine sehr schonende und gute Möglichkeit, da dabei die Oxydschicht wieder zu Silber desoxydiert wird.
  • Läuft Silber bei Nichtgebrauch an, ist dies auf Luftschadstoffe zurückzuführen. (Lösungsmitteldämpfe von Möbellacken?) Silber mittels Stofftuch abdecken, aber nicht luftdicht verschliessen. Ist die Oxydschicht noch sehr fein, kann sie abgerieben werden.

 Achtung: Rustikales Tafelsilber hat oft in den Vertiefungen eine Patina-Schicht (dunkle Flächen). Diese geben dem Silber eine schöne, plastische Oberflächenstruktur. Durch nicht fachgerechte Behandlung wird diese Patina entfernt, was den Wert des Bestecks stark herabsetzt.

Grundsätzlich gilt: je glänzender die Oberfläche ist, desto weniger Angriffsfläche bildet sie für eine erneute Oxydation.

 

Pflege des Silbers

eine optimale Pflege hat zum Ziel, die Oxydation zu verhindern:

  • Erhaltung einer glatten, glänzenden Oberfläche durch:
    Silberbesteck möglichst oft gebrauchen. Hände und Trocknungstücher polieren die Oberfläche!
    vermeiden von scheuernden und abtragenden Reinigungsmitteln.
    regelmässiges Polieren, z.B. durch Kugelpolieren.
  • möglichst kurze Kontaktzeit mit schwefelhaltigen Lebensmitteln (Eier, Kohl, Wild). Nach Gebrauch sofort waschen.
  • Ausgedehnter Kontakt mit Wasser vermeiden. dazu
    möglichst von Hand abwaschen und rasch trocknen.
    Falls die Abwaschmaschine verwendet wird:
    - sofort nach dem Waschvorgang Besteck aus der Maschine nehmen und von Hand trocknen. Die aggressiven Waschmittel können das Silber angreifen.
    - Silberbesteck nie zusammen mit anderem Besteck zusammen in den Besteckkorb geben. Es kann eine Elektrolyse entstehen.

Kugelpolieren bietet die sanfteste und dauerhafteste Pflege Ihres Silberbestecks.

Dabei wird das Besteck zusammen mit feinen Stahlkügelchen und einer alkalifreien Seifenlösung in eine Trommel gegeben. Durch langsames drehen der Trommel rollen die Stahlkugeln -geschmiert von der Seifenlösung- sanft über die Silberoberfläche und polieren sie dabei sehr fein und ohne den geringsten Materialabrieb. Poren und feine Kratzer werden zugewalzt, die Oberfläche wird fein und hart.

 

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